Kreistag lehnt sozial gerechtes Beitragsmodell ab
Mit großer Mehrheit hat der Kreistag des Landkreises Gifhorn beschlossen, die Elternbeiträge für die Ferienbetreuung im Rahmen der Ganztagsbetreuung auf pauschal 100 Euro pro Woche festzusetzen.
Unsere Wählergemeinschaft kritisiert diese Entscheidung deutlich. Aus unserer Sicht wird damit eine wichtige Chance vertan, Familien im Landkreis tatsächlich zu entlasten und den ab August 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sozial ausgewogen umzusetzen.
Bereits in der Kreistagssitzung im April hatten wir darauf hingewiesen, dass Ferienbetreuung für viele Familien keine freiwillige Zusatzleistung ist, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade deshalb halten wir einen einheitlichen Beitrag von 100 Euro pro Woche für den falschen Weg.
Besonders enttäuschend ist, dass die Kreistagsmehrheit gleichzeitig ein sozial gerechteres Modell nach dem Vorbild der Gemeinde Sassenburg abgelehnt hat. In Sassenburg wurden die Elternbeiträge mit großer Mehrheit nach Einkommensklassen gestaffelt beschlossen. Dieses Modell berücksichtigt die unterschiedliche finanzielle Leistungsfähigkeit der Familien und sorgt dafür, dass Haushalte mit geringeren Einkommen deutlich weniger belastet werden.
Während eine Familie mit hohem Einkommen den gleichen Beitrag zahlen kann wie eine Familie mit deutlich geringeren finanziellen Möglichkeiten, hätte das Sassenburger Modell für mehr Fairness und soziale Ausgewogenheit gesorgt. Stattdessen hat sich die Kreistagsmehrheit für eine pauschale Lösung entschieden, die keine Rücksicht auf die individuelle wirtschaftliche Situation der Eltern nimmt.
Der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sollte Familien unterstützen und entlasten. Mit der Festsetzung eines pauschalen Elternbeitrags von 100 Euro pro Woche wird dieses Ziel aus unserer Sicht verfehlt.
Wir werden uns auch künftig dafür einsetzen, dass Familienpolitik im Landkreis Gifhorn nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet wird – sozial gerecht, familienfreundlich und mit Blick auf die tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen vor Ort.
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