Verkehr - Arbeitsgruppe statt bürgernahem Handeln
Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis - oder Arbeitsgruppe! Statt endlich den Kommunen im Landkreis Gifhorn nach unserem Antrag mehr Handlungsspielraum in verkehrsrechtlichen Themen zu geben, hat der Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen, zunächst eine Arbeitsgruppe zu Gründen.
Damit sind CDU und SPD sowie die Grünen-Gruppe einem Antrag der FDP/Unabhängigen-Gruppe gefolgt. Statt Ergebnisse zu liefern und ein bürgernahes Handeln zu ermöglichen, setzen die Parteien wieder einmal auf Zeit. Und selbstverständlich spielt auch parteipolitischer Kinderkram auch wieder eine Rolle. B.I.G.- Anträgen darf nicht zugestimmt werden!
Unwahrscheinlich, dass es vor der Kommunalwahl im September noch zu Ergebnissen kommt.
Der Redebeitrag:
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Zuhörer,
wir sprechen heute erneut über ein Thema, das viele Bürger, aber auch viele Kommunen seit Jahren beschäftigt: Das restriktive Vorgehen des Landkreises bei verkehrsrechtlichen Anordnungen. In anderen Landkreisen und Städten geht definitiv mehr!
Viele von uns hier im Raum kennen dieses Problem aus erster Hand. Denn zahlreiche Kreistagsabgeordnete sind gleichzeitig Ratsmitglieder oder Bürgermeister in ihren Heimatkommunen. Jeder von Ihnen dürfte bereits erlebt haben, wie schwierig es ist, selbst einfache Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung oder Schulwegsicherung durchzusetzen.
Immer wieder werden:
- Anträge abgelehnt, obwohl sie vor Ort dringend gebraucht werden.
- Hinweise auf Gefahrenstellen ignoriert.
- Kommunen ausgebremst, obwohl sie die Lage vor Ort am besten kennen.
Wenn Kommunen Maßnahmen beantragen, dann tun sie das nicht aus Spaß. Sie tun es, weil sie ein Problem erkannt haben – oft nach vielen Gesprächen mit Bürgern.
Mein Anliegen ist klar: Anträge der Kommunen sollten nur dann abgelehnt werden, wenn zwingende rechtliche Hürden entgegenstehen. Wenn es sich um eine Ermessensentscheidung handelt, dann muss die Einschätzung der Kommune stärker ins Gewicht fallen. Denn niemand kennt die örtlichen Gegebenheiten besser als diejenigen, die dort leben, arbeiten und Verantwortung tragen.
Die jüngste Änderung der Straßenverkehrsordnung hat ausdrücklich klargestellt:
- Kommunen sollen diesen Handlungsspielraum erhalten.
- Verkehrssicherheit, Schulwegsicherung und Aufenthaltsqualität dürfen stärker berücksichtigt werden.
- Die starre Fixierung auf Unfallzahlen ist nicht mehr zeitgemäß
Das Signal des Bundes sollte im Landkreis Gifhorn ernstgenommen werden!
Ich werbe dafür, dass wir als Kreistag ein klares Signal senden – und lassen Sie bei einem so wichtigen Thema endlich einmal die parteipolitischen Interessen außen vor.
Gültig ist das gesprochene Wort in der Sitzung
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