Fragenkatalog zum Kreisjugendring zur Kreistagswahl erhalten
Jugendbeteiligung braucht auch finanzielle Ehrlichkeit
Der Kreisjugendring Gifhorn e.V. hat uns zur Kreistagswahl einen umfangreichen Fragenkatalog mit 30 Fragen übersandt. Diesen haben wir offen, ehrlich und verständlich beantwortet. Dabei haben wir nicht einfach jeder Forderung zugestimmt, sondern deutlich gemacht, was wir unterstützen, wo wir Einschränkungen sehen und welche Vorhaben angesichts der angespannten Haushaltslage finanzierbar bleiben müssen.
Inhaltlich handelt es sich aus unserer Sicht weniger um eine neutrale Umfrage als vielmehr um einen Forderungskatalog. Viele der genannten Ziele sind grundsätzlich unterstützenswert: mehr Jugendbeteiligung, bessere Informationen, stärkere Anerkennung des Ehrenamtes, wohnortnahe Angebote und eine bessere Vernetzung der Jugendarbeit.
Doch ein entscheidendes Thema fehlt vollständig: die Finanzierung.
Die Umsetzung aller Forderungen würde den Landkreis voraussichtlich mit erheblichen zusätzlichen Ausgaben belasten. Wie diese finanziert oder an anderer Stelle kompensiert werden sollen, bleibt unbeantwortet. Konkrete Einsparvorschläge oder Finanzierungskonzepte hat der Kreisjugendring nicht vorgelegt.
Gerade gegenüber jungen Menschen gehört es jedoch zu einem ehrlichen politischen Umgang, nicht nur Wünsche und Versprechen zu formulieren. Es muss zugleich erklärt werden, was sie kosten, woher das Geld kommen soll und welche Prioritäten gesetzt werden müssen.
Der Landkreis Gifhorn befindet sich bereits in einer äußerst schwierigen finanziellen Lage. Neue dauerhaft finanzierte Angebote können nicht einfach beschlossen werden, ohne ihre Folgekosten zu betrachten. Anderenfalls wächst der Schuldenberg weiter. Die Folgen müssen vor allem die jungen und kommenden Generationen tragen – durch steigende Zinslasten, geringere finanzielle Spielräume sowie möglicherweise höhere Steuern und Abgaben.
Wir wollen Jugendpolitik gestalten, die wirksam, bedarfsgerecht und dauerhaft bezahlbar ist. Deshalb unterstützen wir viele der vorgeschlagenen Maßnahmen, knüpfen unsere Zustimmung aber an eine solide Finanzierung und eine angemessene Prioritätensetzung.
Ehrlichkeit bedeutet auch, finanzielle Grenzen klar zu benennen. Nur so verhindern wir, dass aus Wahlversprechen später Enttäuschungen und gebrochene Zusagen werden – wie wir es derzeit leider häufig in der Bundespolitik erleben.
Der Fragenkatalog mit unseren Positionen und Antworten:
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