Mühlenmuseum - 40 Prozent Personal abgebaut
Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann (Beitragsbild) hat keine guten Nachrichten in die 2. Sitzung des Ausschusses Mühlenmuseum mitgebracht: Vor dem Insolvenzverfahren beschäftigte das Mühlenmuseum 34 Vollzeitkräfte und 70 Aushilfen. Heute sind davon nur noch 21 Festangestellte übrig. Aushilfen werden nur noch nach Bedarf eingesetzt.
Der drastische Personalabbau – rund 40 Prozent weniger Vollzeitkräfte – ist eine direkte Folge der wirtschaftlichen Schieflage. Die Einsparungen erfolgten insbesondere bei Schlüssel-Leitungspositionen, um eine betriebswirtschaftlich tragfähige Struktur zu erreichen. Aus den ausgesprochenen Kündigungen sind 5 Kündigungsschutzklagen eingereicht worden. Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit sicherte im Dezember 2025 sowie Januar und Februar 2026 die Zahlungen an die verbliebenen Mitarbeiter, inklusive der Sozialversicherungsbeträge. Rückstände bei den Personalnebenkosten soll es nicht geben.
Insolvenzverfahren: Berechtigt – aber mit Aussicht auf gute Gläubigerquote
Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann stellte klar:
- Die Überschuldung sei eindeutig, die Insolvenz somit gerechtfertigt
- Es sei jedoch ausreichend Masse vorhanden, um Gläubiger „mit einer guten Quote“ bedienen zu können
- Bisher wurden nur Forderungen im fünfstelligen Bereich angemeldet – weitere Anmeldungen sind zu erwarten, da die Frist zur Forderungsanmeldung erst am 27. Mai 2026 endet.
Der Businessplan wurde als plausibel und realistisch bewertet. Die Prognose sieht eine liquide Fortführung bis mindestens November 2026 vor.
Gastronomie bleibt ein Problem
Laut Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann hat das Mühlenmuseum eine "gut funktionierende Gastronomie" - schon ein großer Trugschluss und Fehleinschätzung. Besonders die Gastronomie steht in der Kritik als nicht professionell, auch bei den letzten Veranstaltungen.
Herr Römermann oder seine Mitarbeiter waren anscheinend seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens noch nie (inkognito) Gast im Mühlenmuseum. Es braucht für die Gastronomie wieder eine professionelle Führung mit tiefgreifender gastronomischer Erfahrung.
Wieder keine Statement von Bürgermeister Nerlich
Wer auf ein Statement von Bürgermeister Matthias Nerlich oder Geschäftsführer Kifle Tonto gehofft hatte, wurde erneut enttäuscht. Beide verzichteten abermals auf eine umfangreiche Stellungnahme – trotz der Tragweite der Situation und wachsender öffentlicher Erwartung.
Keine variable Vergütung – Einnahmen bleiben zu niedrig
Für die Jahre 2023 und 2024 wird keine variable Vergütung aus dem Pachtvertrag an die Stadt Gifhorn ausgezahlt. Der Überschuss lag jeweils unter der Marke von 50.000 Euro, die Voraussetzung für eine Beteiligung gewesen wäre. Damit entfällt ein potenzieller Einnahmeposten, der in stabileren Jahren zur finanziellen Entlastung beigetragen hätte.
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