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Theo­re­ti­sche Selbst­ver­sor­gungs­quote bei 89 Prozent

Nach dem ver­öf­fent­lich­ten Erneu­er­bare-Ener­gien-Report (EE-Report) des Netz­be­trei­bers LSW erreichte die Gemeinde Sas­sen­burg im Jahr 2025 eine rech­ne­ri­sche Selbst­ver­sor­gungs­quote von rund 89 Pro­zent beim Strom.

Im Gemein­de­ge­biet wur­den ins­ge­samt 23.144 Mega­watt­stun­den Strom erzeugt. Die Erzeu­gung erfolgte durch zwei Bio­gas­an­la­gen und rund 800 gemel­dete Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen. Dem stand ein Strom­ver­brauch von 26.129 Mega­watt­stun­den gegenüber.

Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist die theo­re­ti­sche Selbst­ver­sor­gungs­quote damit deut­lich gestie­gen: von rund 79 Pro­zent auf nun­mehr 89 Pro­zent. Der gleich­zei­tige Anstieg des Strom­ver­brauchs und der Strom­erzeu­gung lässt sich ins­be­son­dere durch die Inbe­trieb­nahme des neuen Mon­tage- und Logis­tik­zen­trums in Gewer­be­ge­biet erklä­ren. Des­sen große Dach­flä­chen wer­den nahezu voll­stän­dig für die Erzeu­gung von Solar­strom genutzt.

Bereits ver­sie­gelte oder bebaute Flä­chen soll­ten vor­ran­gig für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen genutzt wer­den. Große Dach­flä­chen von Gewerbe- und Indus­trie­ge­bäu­den bie­ten ein erheb­li­ches Poten­zial, ohne dafür zusätz­li­che land­wirt­schaft­li­che Flä­chen oder wert­volle Natur- und Lebens­räume in Anspruch zu nehmen.

Bei einer rech­ne­ri­schen Selbst­ver­sor­gungs­quote von bereits 89 Pro­zent muss des­halb ernst­haft hin­ter­fragt wer­den, ob der wei­tere Aus­bau von Wind­kraft­an­la­gen und Frei­flä­chen-Pho­to­vol­taik in der Sas­sen­burg in jedem Fall ver­hält­nis­mä­ßig ist. Zusätz­li­che Anla­gen dür­fen nicht zum Selbst­zweck wer­den. Sie müs­sen einen nach­voll­zieh­ba­ren Bei­trag zu einer ver­läss­li­chen, nach­hal­ti­gen und sta­bi­len Ener­gie­ver­sor­gung leisten.

Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass eine jähr­li­che Selbst­ver­sor­gungs­quote ledig­lich Erzeu­gung und Ver­brauch über das gesamte Jahr bilan­ziert. Sie bedeu­tet nicht, dass der vor Ort erzeugte Strom zu jeder Tages- und Jah­res­zeit unmit­tel­bar zur Ver­fü­gung steht. Umso wich­ti­ger ist ein schlüs­si­ges Gesamt­kon­zept, das neben der Erzeu­gung auch Netze, Spei­cher, Steu­er­bar­keit und den tat­säch­li­chen Bedarf einbezieht.

Unser Ziel muss eine ver­ant­wor­tungs­volle Ener­gie­po­li­tik sein: Dächer und bereits ver­sie­gelte Flä­chen zuerst nut­zen, Natur- und Land­wirt­schafts­flä­chen schüt­zen und neue Pro­jekte nur dort ver­wirk­li­chen, wo ihr Nut­zen die Belas­tun­gen für Mensch, Umwelt und Land­schaft tat­säch­lich rechtfertigt.

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Bild­nach­weis © B.I.G.-Sassenburg