Torfabbau in Westerbeck beendet
Die Firma Euflor hat den Torfabbau in Westerbeck im Oktober 2026 eingestellt. Damit endet ein Kapitel, das den Ort und das Große Moor über Generationen geprägt hat. Das Erdenmischwerk wird jedoch weiterbetrieben.
Die Geschichte des Westerbecker Torfwerks reicht bis ins Jahr 1877 zurück. Schon zuvor hatte die industrielle Torfgewinnung im Großen Moor begonnen: 1873 wurde die Norddeutsche Torfmoorgesellschaft Triangel gegründet. Aus schwerer Handarbeit entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein zunehmend mechanisierter Wirtschaftszweig. Maschinen erleichterten den Abbau, Feldbahnen transportierten den Torf aus dem Moor zu den Werken.
Zunächst diente Torf vor allem als Brennstoff. Später gewann seine Verwendung im Gartenbau und für die Herstellung von Blumenerden an Bedeutung. Auch in Westerbeck entwickelte sich die Verarbeitung zu einem wichtigen Standbein. 2013 übernahm die Firma Mulch-Möhle zunächst Maschinen und Gebäude zur Pacht, 2015 kaufte sie das Werk. Euflor setzte den Torfabbau als Pächter fort.
Das Ende des Torfabbaus bedeutet deshalb keine Stilllegung des Betriebsgeländes.
Das Erdenmischwerk arbeitet weiter. Da der überwiegende Anteil der dort hergestellten Erden inzwischen torffrei ist, hängt seine Zukunft nicht mehr vom heimischen Torfabbau ab. Ein Weiterbetrieb ist damit grundsätzlich auch auf unbestimmte Zeit denkbar.
Eine andere Nutzung des Geländes war bereits 2025 Thema. In unserem Beitrag vom April 2025 berichteten wir über Pläne für einen landwirtschaftlichen Lager- und Umschlagplatz. Geplant waren unter anderem die Lagerung land- und forstwirtschaftlicher Produkte sowie zusätzliche Hallen.
Ob diese Umnutzung tatsächlich umgesetzt wird, halten wir angesichts der zu erwartenden Anforderungen und Auflagen für eher unwahrscheinlich.
Wir sprechen uns weiterhin für eine spätere Nachnutzung des Betriebsgeländes als Wohngebiet aus.
Aus unserer Sicht bietet dies die Chance, die Fläche langfristig sinnvoll in die Ortsentwicklung einzubinden und die Belastungen der Nachbarschaft durch den bisherigen Betriebsverkehr zu verringern. Dafür braucht es eine vorausschauende Planung und eine frühzeitige Beteiligung der Anwohner.
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