Sicherheitsrisiko - Rettungsleitstelle soll regionalisiert werden
Der Landkreis Gifhorn prüft derzeit seine eigene Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in eine größere Regionalleitstelle zu integrieren. Zur Diskussion stehen die Verbünde Braunschweig/Wolfenbüttel/Peine sowie Wolfsburg/Helmstedt. Die Kreisverwaltung verweist auf moderne Strukturen, stärkere Krisenresilienz und einen landesweiten Trend zur Zentralisierung. Doch hinter diesen Argumenten stehen Fragen, die für die Sicherheit der Bevölkerung entscheidend sind.
Zentrale Vorteile und ihre Grenzen
Größere Leitstellen versprechen technische Redundanz, gebündelte Ressourcen und gemeinsame Personalpools. Diese Aspekte können im Katastrophenfall hilfreich sein. Gleichzeitig arbeitet Gifhorn bereits seit 2020 erfolgreich in einem virtuellen Verbund mit Celle, Uelzen und Lüchow-Dannenberg – ein Modell, das Kooperation ermöglicht ohne die eigene Leitstelle aufzugeben.
Im Notfall zählt jede Minute! Menschen, die unter Stress einen Notruf absetzen, liefern oft unvollständige oder unpräzise Angaben. Dann entscheidet die Ortskenntnis der Disponentinnen und Disponenten darüber, wie schnell Einsatzkräfte ankommen. Eine Regionalleitstelle, die mehrere Landkreise betreut, kann diese lokale Vertrautheit nicht im gleichen Maß gewährleisten. Erfahrungen aus zentralisierten Polizeinotrufen zeigen bereits heute, wie häufig Missverständnisse und Verzögerungen auftreten, wenn Ortskenntnisse fehlen.
Ortskenntnis = Einsatzsicherheit
Die Prüfung einer Leitstellen-Zusammenlegung ist legitim – aber sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, das lokale Ortskenntnis ein zentraler Bestandteil der Einsatzsicherheit ist. Größer bedeutet nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob die Menschen im Landkreis Gifhorn im Notfall schneller und präziser Hilfe erhalten – oder ob wertvolle Minuten verloren gehen.
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