Eichenprozessionsspinner - Gemeinde bleibt auf Kosten sitzen
Der Kreistag des Landkreises Gifhorn hat eine neue Regelung zur finanziellen Beteiligung des Landkreises an den Kosten für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beschlossen – mit spürbaren finanziellen Nachteilen für die Gemeinde Sassenburg.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners besitzen ab dem dritten Larvenstadium Millionen feiner Brennhaare. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können durch den Wind verbreitet werden.
Mögliche Folgen bei Kontakt sind:
- Starker Juckreiz und schmerzhafte Hautausschläge.
- Reizungen der Augen mit Rötungen und Schwellungen.
- Reizungen der Atemwege mit Husten, Halsschmerzen oder Atembeschwerden.
- In seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen.
Besonders gefährdet sind Kinder, Spaziergänger, Anwohner sowie Personen, die im Freien arbeiten. Die Brennhaare können auch nach der Raupensaison noch über Monate bis Jahre in alten Nestern ihre Wirkung behalten.
Künftig beteiligt sich der Landkreis erst dann an den Kosten, wenn diese in einem Kalenderjahr 30.000 Euro übersteigen. Nach aktuellem Stand werden die Kosten der Gemeinde Sassenburg im Jahr 2026 voraussichtlich bei rund 26.000 Euro liegen. Damit muss die Gemeinde die gesamten Kosten selbst tragen.
Nach der bisherigen Regelung hätte der Landkreis bereits die Kosten oberhalb von 10.000 Euro mit 25 Prozent bezuschusst. Für die Gemeinde Sassenburg bedeutet die neue Regelung im Jahr 2026 voraussichtlich einen finanziellen Nachteil von mindestens 4.000 Euro.
Dieser Änderung haben wir im Kreistag nicht zugestimmt – unsere Stimme war die einzige Gegenstimme. Uns war bewusst, welche konkreten Auswirkungen diese Entscheidung für die Gemeinde Sassenburg haben wird. Gerade deshalb konnten wir der neuen Regelung nicht zustimmen.
Umso unverständlicher ist es, dass die Kreistagsabgeordneten von SPD und AfD aus der Sassenburg der neuen Regelung zugestimmt haben. Offensichtlich wurden die finanziellen Folgen für die eigene Gemeinde dabei nicht ausreichend berücksichtigt.
Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Kommunen bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nicht mit den finanziellen Belastungen allein gelassen werden.
Bildnachweis © B.I.G.-Sassenburg
