Dienstag, 3. März 26
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Kein Mut - Schu­len gehen unver­än­dert in den Bau

Die Gemeinde Sas­sen­burg hat ein von CDU, Grü­nen und SPD poli­tisch erzeug­tes Aus­ga­be­pro­blem! Ganz deut­lich wird diese Pro­ble­ma­tik bei der Erwei­te­rung der Schu­len in Gru­ßen­dorf und Wes­ter­beck, deren Umset­zung uner­war­tet rund 8 Mil­lio­nen Euro über dem ursprüng­lich kal­ku­lier­ten Bud­get liegt.

Fol­gende Fra­gen sind in den Bera­tun­gen auf­ge­kom­men, die teils für die Mehr­kos­ten ver­ant­wort­lich sind:

👉 Benö­ti­gen die drei Grund­schu­len in der klei­nen Gemeinde Sas­sen­burg unter­schied­li­che Lern­in­halte im Unter­richt? Besteht kein ein­heit­li­cher Lehr­plan, der die Schü­ler auf die wei­ter­füh­ren­den Schu­len vor­be­rei­tet? Wird ins­be­son­dere in den Grund­schu­len nicht der Schwer­punkt in die "Spra­che" gesetzt, wo die größ­ten Defi­zite bestehen und fast jedes dritte Kind Schwä­chen hat?

👉 Benö­ti­gen Grund­schu­len grund­sätz­lich Frei­räume / "Markt­plätze", damit dort von "enga­gier­ten Schü­lern" Demons­tra­tio­nen durch­ge­führt wer­den kön­nen? In einer Grund­schule? Bis heute bleibt die Frage von Schul­lei­tung und Gemein­de­ver­wal­tung unbe­ant­wor­tet, woge­gen oder wofür in Grund­schu­len demons­triert wird. "Schul­in­ter­nes Thema" war jeweils die Antwort.

👉 Müs­sen in Grund­schu­len Ver­wal­tungs­bü­ros räum­lich von den Unter­richts­räu­men getrennt wer­den, weil die Schul­kin­der zu laut sind? In einer Grundschule?

👉 Soll man erneut "Exper­ten" blind ver­trauen, die schon behaup­tet haben, dass die Grund­schule in Wes­ter­beck "bes­tens funk­tio­niert", aber nach nur 15 Jah­ren Nut­zung wegen gra­vie­ren­der Män­gel halb abge­ris­sen wer­den muss und für den Rest der ste­hen­den bleibt, mit mehr Geld saniert wer­den muss als die Schule damals gekos­tet hat?

Nur eine Aus­wahl von Fra­gen, die die Kos­ten trei­ben und kein Index für eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Schul­bil­dung sind. Ganz im Gegen­teil wer­den dadurch Defi­zite auf­ge­zeigt, die sich mit Geld nicht hei­len las­sen. CDU, Grüne und SPD haben nicht ein­mal den Mut oder das Inter­esse, sich mit die­sen The­men aus­ein­an­der zuset­zen und nach sinn­vol­len Ein­spa­rungen zu suchen.

Nach dem Wil­len die­ser Frak­tio­nen geht die Schul­erwei­te­rung unver­än­dert in die Rea­li­sie­rung - mit 8 Mil­lio­nen Euro Mehr­kos­ten - ohne deren Finan­zie­rung lang­fris­tig sicher­stel­len zu kön­nen. Diese Par­teien wer­den sich das Geld von den Bür­gern holen - selbst­ver­ständ­lich erst nach der Kom­mu­nal­wahl.

Der Rede­bei­trag aus der Sit­zung des Gemeinderat

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter, sehr geehr­ter Frau Vor­sit­zende, sehr geehrte Zuhörer,

als wir im ver­gan­ge­nen Jahr die erste Pla­nung und Kos­ten­rech­nung für die bei­den Grund­schul­pro­jekte vor­ge­stellt beka­men, lagen beide Pla­nun­gen jeweils rund vier Mil­lio­nen Euro über der Finanz­pla­nung von 2025. Vier Mil­lio­nen – pro Stand­ort. Das ist eine Grö­ßen­ord­nung, die wir als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Gemein­de­rat nicht ein­fach durch­win­ken können.

Wir haben uns des­halb die Mühe gemacht, für beide Schu­len Ein­spar­po­ten­ziale von jeweils 2 bis 3 Mil­lio­nen Euro auf­zu­zei­gen, um dar­zu­stel­len was maxi­mal mög­lich ist. Und dabei war für uns immer klar: Zwei­zü­gig­keit in Gru­ßen­dorf und Drei­zü­gig­keit in Wes­ter­beck sind gesetzt.

Unsere Erwar­tung war nicht, dass unser Kon­zept „mit der hei­ßen Rasier­klinge“ sofort eine Mehr­heit fin­det. Es sollte eher ein Impuls sein – ein Anstoß, um end­lich einen ver­tret­ba­ren Kom­pro­miss zwi­schen päd­ago­gi­scher Not­wen­dig­keit und finan­zi­el­ler Rea­li­tät zu fin­den. Und ja: Es tut weh, sehr weh, über­haupt über Ein­spa­run­gen im Bereich der Kin­der- und Schul­be­treu­ung nach­den­ken zu müssen.

Was mich ent­täuscht: keine andere Frak­tion hat sich diese Mühe gemacht.
Und ins­be­son­dere die SPD-Frak­tion hat sich nicht ein­mal ernst­haft mit unse­ren Vor­schlä­gen beschäf­tigt. Wer Alter­na­ti­ven ablehnt, ohne sie zu prü­fen, trägt nicht zu Lösun­gen bei – er ver­hin­dert sie.

In den Bera­tun­gen selbst gab es zudem einige bemer­kens­werte Kuriositäten:

  • In Wes­ter­beck, so wurde uns erklärt, man brau­che unbe­dingt einen „Markt­platz für Demons­tra­tio­nen“. In einer Grundschule?
  • In Gru­ßen­dorf müsse der Ver­wal­tungs- und Beschu­lungs­be­reich getrennt wer­den, weil die Kin­der zu laut seien. In einer Grundschule?
  • Und in Wes­ter­beck basie­ren die Ein­schät­zun­gen zum Sanie­rungs­auf­wand auf fal­schen Annah­men – Annah­men, die man nicht bereit ist zu korrigieren.

Gleich­zei­tig wird behaup­tet, die Ent­würfe seien bereits auf Ein­spa­run­gen aus­ge­rich­tet. Das sind sie defi­ni­tiv nicht! So kann man keine nach­hal­tige Finanz­po­li­tik machen.

Ich bin sehr gespannt, wie Sie diese Aus­ga­ben in der lang­fris­ti­gen Finanz­pla­nung unter­brin­gen wol­len. Denn im Moment pla­nen Sie, als gäbe es kein Morgen.

Aber Mor­gen gibt es noch den Neu­bau der Sport­halle und die anschlie­ßende Erwei­te­rung der Grund­schule in Neu­dorf-Pla­ten­dorf, die Erwei­te­rungs­bau­ten der Kitas in Gru­ßen­dorf und Tri­an­gel sowie den Neu­bau des Feu­er­wehr­ge­rä­te­hau­ses in Gru­ßen­dorf. Allein diese Pro­jekte dürf­ten einen Finan­zie­rungs­be­darf von 30 Mil­lio­nen haben.

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