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Kom­mu­nal­wahl 2021 war rechtswidrig

Demo­kra­tie in Deutsch­land – ein­fach, unkom­pli­ziert und für jeden zugäng­lich? So sollte es eigent­lich sein.
Die Rea­li­tät sieht lei­der anders aus. Denn kaum beginnt der Pro­zess zur Wahl­zu­las­sung, star­ten auch schon die Schi­ka­nen.

Was aktu­ell pas­siert, ist mehr als nur eine büro­kra­ti­sche Hürde. Es ist ein struk­tu­rel­ler Nach­teil gegen­über den eta­blier­ten Par­teien. Wenn man die heu­tige Inter­pre­ta­tion der Wahl­ge­setze auf die Kom­mu­nal­wahl 2021 in der Gemeinde Sas­sen­burg anwen­det, dann muss man klar fest­stel­len: Die dama­lige Wahl für die Orts­räte und den Gemein­de­rat war rechtswidrig!

Die jet­zige Aus­le­gung der Gesetze und büro­kra­ti­sche Spitz­fin­dig­kei­ten haben mit demo­kra­ti­scher Fair­ness wenig zu tun. Statt Betei­li­gung zu erleich­tern, wird sie erschwert. Statt Viel­falt zu för­dern, wird sie behin­dert. Statt Ver­trauen zu stär­ken, wird Miss­trauen gesät.

Und genau das ist das Pro­blem: Diese Pra­xis stärkt nicht die Demo­kra­tie – sie schwächt sie.
Sie ver­stärkt das ohne­hin wach­sende Miss­trauen in staat­li­che Struk­tu­ren und treibt die Poli­tik­ver­dros­sen­heit wei­ter voran.

Demo­kra­tie lebt davon, dass Men­schen mit­ma­chen kön­nen. Ohne Hür­den, ohne Benach­tei­li­gung, ohne Angst vor for­ma­len Fall­stri­cken. Wenn aber aus­ge­rech­net der Staat selbst durch über­zo­gene Aus­le­gun­gen und unklare Ver­fah­ren den Zugang erschwert, dann läuft etwas grund­le­gend falsch.

Wer Demo­kra­tie ernst nimmt, muss sie zugäng­lich machen – nicht abschot­ten. Wer Ver­trauen zurück­ge­win­nen will, muss fair han­deln – nicht tak­tisch. Und wer poli­ti­sche Betei­li­gung för­dern möchte, darf Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten nicht schlech­ter­stel­len als Parteien.

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Bild­nach­weis © B.I.G.-Sassenburg