Persönliche Referentin - es ist noch schlimmer
Der Skandal um die persönliche Referentin für Landrat Philipp Raulfs (SPD) ist noch schlimmer, als zunächst vermutet. Man hat nicht nur eine zusätzliche Stelle geschaffen, um diese mit einer Person aus dem persönlichen Umfeld von Landrat Raulfs mit einem starken Bezug zur Partei- und Gewerkschaftsarbeit zu besetzen, sondern man hat auch noch die Struktur verändert, um eine weiteren Leitungsposition zu kreieren.
So wurde für die Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit eine neue autarke Stabstelle geschaffen - für eine Hand voll Mitarbeiter. Völlig absurd! Nur mit diesem zusätzlichen tricksen war es wohl möglich, die hohe Einstufung der neuen "Leitungsposition" zu rechtfertigen.
Noch absurder ist, dass auch die CDU, die sich in einem Medienbericht noch empört gezeigt hat, diese umstrittene Personalentscheidung jetzt doch völlig unberührt mitträgt. Wieder eine 180-Drehung einer profillosen Kreis-CDU.
Der Redebeitrag aus der Sitzung des Kreistages:
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Zuhörer,
für mich als Vertreter der Bürger‑Interessen‑Gemeinschaft im Landkreis Gifhorn ist klar: Ich lehne die Schaffung einer weiteren zusätzlichen Stelle im Dunstkreis des Landrates ab.
Selbst wenn diese Stelle „nur“ aus anderen Bereichen „zusammengekratzt“ wurde. Vielmehr zeigt dieses Vorgehen ein noch viel größeres Problem im Stellenplan auf: Wenn man eine Stelle einfach so herauslösen kann, gibt es in der Kreisverwaltung offenbar Bereiche, in denen Personal nicht zwingend benötigt wird.
Ich lehne auch ab, dass extra eine weitere Leitungsposition in einer neuen Stabstelle geschaffen wurde, um die Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit aus dem Landratsbüro auszugliedern. Eine neue Leitungsposition für eine Hand voll Mitarbeiter. Notwendig, um die hohe Einstufung der neuen Stelle zu gewährleisten. Man brauchte etwas zum „Leiten“. Die Dimension dieser Maßnahmen wurde mir gestern erst nach einem Hinweis aus dem Landratsbüro zu dem eingereichten Änderungsantrag bewusst.
Für beide Maßnahmen besteht keine organisatorische Notwendigkeit! Das Landratsbüro war bereits mit 16 Mitarbeitern besetzt, incl. der Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit und einer Leitung. Völlig ausreichend!
In einer Zeit, in der der Landkreis finanziell unter Druck steht und die Bürger über eine steigende Kreisumlage immer stärker belastet werden, ist es schlicht unangemessen, weitere reine Verwaltungsstellen zu schaffen und das Landratsbüro weiter auszubauen.
Wir als Bürger‑Interessen‑Gemeinschaft im Landkreis Gifhorn stehen für Transparenz, Sparsamkeit und eine Verwaltung, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Eine zusätzliche hochdotierte Stelle gehört nicht dazu.
Daher unser Änderungsantrag, der alle Interessen berücksichtigt und hinter dem sich alle versammeln können: Die zusätzlich eingerichtete Stelle im Bereich der Presse und Öffentlichkeitsarbeit als persönliche Referentin des Landrats wird bei natürlicher Fluktuation nicht wiederbesetzt.
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