Tagesbildungsstätte Wittingen ohne Lebenshilfe
Der Kreistag hat mit knapper Mehrheit aus Stimmen der Fraktion von SPD wie der Grünen- und FDP Gruppen entschieden, dass die Kooperation mit der Lebenshilfe auch für die Tagesbildungsstätte (TBS) in Wittingen beendet wird.
Ein B.I.G.-Änderungsantrag sowie ein Änderungsantrag aus der CDU-Fraktion wurden mit der exakt gleichen Mehrheit abgelehnt. Unser Änderungsantrag hat sich im wesentlichen dafür ausgesprochen, die Kooperationen mit der Lebenshilfe fortzuführen, bis in ein paar Jahren der Neubau einer Förderschule in Wittingen in Betrieb genommen werden kann.
Ohne die Kosten zu wissen, müssen 39 schwer beeinträchtigte Schüler der TBS zum Schuljahr 2027/28 vorübergehend in die IGS Wittingen umziehen, während Schüler der IGS-Wittingen in Containern untergebracht werden müssen. Ein Wahnsinn!
Redebeitrag für den Kreistag
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Zuhörer,
für uns Kreistagsabgeordnete steht heute die verantwortungsvolle Entscheidung an, wie die Strategie zur Umgestaltung der Förderschullandschaft ist. Wichtigster Punkt ist der Übergang der Tagesbildungsstätte Wittingen zur Förderschule.
Die Lebenshilfe hat ihr bereits 2025 gemachtes Angebot erneuert: Sie ist bereit, die TBS in Wittingen bis zur Fertigstellung des Neubaus weiterzuführen – unter der Voraussetzung, dass die bisherige Finanzierung bestehen bleibt. Dieses Angebot ist eine realistische, pädagogisch sinnvolle und finanziell verantwortbare Lösung.
Wir sprechen uns deutlich gegen den Vorschlag der Kreisverwaltung aus, der mehrere Übergangslösungen mit Containerbauten vorsieht, weil:
- keine belastbaren Zahlen vorliegen
- keine transparente Kalkulation erstellt wurde
- keine Klarheit über Folgekosten besteht
Es wäre blauäugig und naiv, einem Vorhaben zuzustimmen, dessen Kosten völlig unklar sind. Mühlenmuseum 2.0!
Aber es geht nicht nur ums Geld. Die geplante Zwischenlösung bedeutet:
- 39 schwer beeinträchtigte Kinder der TBS müssten in die IGS Wittingen umziehen.
- Die IGS-Schülerinnen und -Schüler würden dafür in Container ausgelagert.
- Wir schaffen ein Provisorium, das pädagogisch fragwürdig und organisatorisch hochkomplex ist.
Fachleute und Angehörige warnen eindringlich:
Ein Zwischenumzug wäre für die betroffenen Kinder eine massive zusätzliche Belastung, die eh schon durch mehrfache und schwere Beeinträchtigungen kein unbeschwertes Leben haben.
Wir als Kreistag sind daher noch mehr als sonst aufgefordert, eine Entscheidung zu treffen, die:
- pädagogisch verantwortbar,
- finanziell solide,
- und menschlich vertretbar ist.
Die Kooperation mit der Lebenshilfe erfüllt all diese Kriterien.
Der Vorschlag der Verwaltung mit Zwischen- und Containerlösung erfüllt keines davon.
Ich fordere Sie daher auf unserem Änderungsantrag zuzustimmen, der sich im Wesentlichen dafür ausspricht, dass Angebot der Lebenshilfe Gifhorn anzunehmen, die TBS in Wittingen bis zur Fertigstellung des Neubaus weiterzuführen.
Gültig ist das gesprochene Wort in der Sitzung
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