Donnerstag, 5. März 26
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Haus­halt 2026 - Mehr­heit stimmt ohn­mäch­tig zu

Sie haben es wie­der getan! CDU, Grüne und SPD haben ihrem Haus­halt 2026 zuge­stimmt. Einer Haus­halts­pla­nung, die kein mor­gen kennt. Einem Haus­halt, des­sen Inhalte bei zwei Stich­pro­ben von hun­der­ten Haus­halts­po­si­tio­nen nicht stand­ge­hal­ten haben und die Aus­sa­gen der Ver­wal­tung wider­legt wer­den konnten. 

Und dies ist genau auch eine Auf­gabe der Poli­tik - Beauf­tra­gung und Kon­trolle der Ver­wal­tung. Die­ser Grund­satz wird aber seit vie­len Jah­ren von CDU, Grü­nen und SPD nicht ver­in­ner­licht. Nach geleb­ter Pra­xis ist es genau anders herum. Die Ver­wal­tung steu­ert die Poli­tik! Des­we­gen ist man auch nicht bereit, die Kon­troll­funk­tion ernst zu neh­men. Die­ses Ver­hal­ten spie­gelt sich im Haus­halt in einer gewis­sen Ohn­mäch­tig­keit der Poli­tik wieder. 

Letzt­end­lich wird man sich es wie­der ganz ein­fach machen und das feh­lende Geld bei den Bür­gern eintreiben. 

Der Rede­bei­trag aus der Sit­zung des Gemeinderates: 

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter, sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der, sehr geehrte Zuhörer,

eine Wie­der­ho­lung des nack­ten Zah­len­werks möchte ich uns heute erspa­ren. Viel wich­ti­ger erscheint mir, auf den Weg hin­zu­wei­sen, den wir in den Haus­halts­be­ra­tun­gen gegan­gen sind – und auf das Ergeb­nis, das am Ende die­ses Weges steht.

Die teils sehr lan­gen Bera­tun­gen, ins­be­son­dere die über zehn­stün­dige Sit­zung des Bau­aus­schus­ses, haben erneut deut­lich gemacht, dass es Frak­tio­nen und ein­zelne Mit­glie­der die­ses Rates gibt, die an einer sach­li­chen, ziel­ge­rich­te­ten Rats­ar­beit offen­bar kein Inter­esse haben. Mit einer destruk­ti­ven Hal­tung behin­dert man nicht nur die Bera­tun­gen, son­dern letzt­lich die gesamte Ent­wick­lung unse­rer Gemeinde.

Mein aus­drück­li­cher Dank gilt daher der CDU‑Fraktion. Mit ihren Mit­glie­dern war es mög­lich, die Viel­zahl der Haus­halts­po­si­tio­nen kon­zen­triert und ver­ant­wor­tungs­be­wusst durch­zu­ar­bei­ten. Ja – es ist mühe­voll, es ist lang­wie­rig. Aber es ist not­wen­dig. Und es ist die Auf­gabe eines Ratsmitgliedes.

Der Rat steu­ert die Ver­wal­tung, nicht umge­kehrt. Die­ses grund­le­gende Prin­zip schei­nen einige Rats­mit­glie­der bis heute nicht ver­in­ner­licht zu haben. Aus die­ser Unkennt­nis her­aus, wird uns sogar die poli­ti­sche Betei­li­gung ver­wei­gert und das Stel­len von Anfra­gen und Anträ­gen in Frage gestellt.

Es schafft kein Ver­trauen in der Poli­tik, wenn Posi­tio­nen, die in der Bera­tung von der Ver­wal­tung bestä­tigt wur­den, einer genaue­ren Über­prü­fung nicht stand­hal­ten. Genau das ist die Rolle des Rates: Steue­rung und Kon­trolle der Ver­wal­tung – im Inter­esse unse­rer Bürger.

Trotz aller Mühen konn­ten wir wert­volle Ein­spa­run­gen in Mil­lio­nen­höhe erar­bei­ten. Ob das aus­rei­chen wird, um eine Geneh­mi­gung des Haus­halts durch den Land­kreis Gif­horn zu erhal­ten, bleibt frag­lich. Für mich war die Bereit­schaft zu Ver­än­de­run­gen und zu neuem Den­ken ins­ge­samt nicht groß genug.

Hinzu kommt, dass wir mitt­ler­weile rund 30 Monate auf eine neue Feu­er­wehr­ge­büh­ren­sat­zung war­ten – eine Sat­zung, die drin­gend not­wen­dig wäre, um die explo­die­ren­den Kos­ten im Bereich der Feu­er­wehr zumin­dest teil­weise zu kom­pen­sie­ren. Sol­che The­men wer­den in unse­rer Ver­wal­tung schlicht nicht schnell genug abgearbeitet.

Ver­ant­wor­tung für unsere Gemeinde zu über­neh­men, bedeu­tet auch, Nein zu sagen – näm­lich dann, wenn Finan­zen und Pro­jekte aus dem Ruder lau­fen. Durch blau­äu­gi­ges und nai­ves Ja‑Sagen ist unsere Gemeinde in finan­zi­elle Tur­bu­len­zen gera­ten. Wie im eige­nen Haus­halt oder in einem Unter­neh­men gilt: Wenn Aus­ga­ben dau­er­haft den Rah­men spren­gen, ris­kiert man am Ende die Insolvenz.

Die Gemeinde Sas­sen­burg hat kein Ein­nah­me­pro­blem. Unsere flei­ßi­gen Steu­er­zah­ler haben im Jahr 2025 rund eine Mil­lion Euro mehr erwirt­schaf­tet als geplant. Wir haben ein Aus­ga­be­pro­blem – ver­ur­sacht durch poli­ti­sche Fehl­ent­schei­dun­gen der ver­gan­ge­nen Jahre.

Die Fol­gen sehen wir deut­lich: Die erst 15 Jahre alte Grund­schule in Wes­ter­beck soll teil­weise abge­ris­sen wer­den. Und das, was ste­hen bleibt, muss mit höhe­ren Kos­ten saniert wer­den, als das Gebäude ursprüng­lich gekos­tet hat. Die für 700.000 Euro nach­ge­rüs­tete Lüf­tungs­an­lage soll nun sogar ent­sorgt wer­den. Das ist weder nach­hal­tig noch verantwortungsvoll.

Wir haben – weil wir Ver­ant­wor­tung über­neh­men wol­len – kon­krete Ein­spar­vor­schläge erar­bei­tet und auf­ge­zeigt. Ins­be­son­dere die SPD‑Fraktion wei­gert sich jedoch, sich ernst­haft damit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die Kon­se­quenz wird unwei­ger­lich sein: Steu­er­erhö­hun­gen, die man selbst­ver­ständ­lich den Bür­gern vor der Wahl verschweigt.

Aus die­ser Ver­ant­wor­tung her­aus wer­den wir der Finanz­pla­nung nicht zustimmen.

Gül­tig ist das gespro­chene Wort in der Sitzung!

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