Donnerstag, 16. Apr. 26
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Eklat - Kreis­tag zeigt fal­sches Demokratieverständnis

In der Sit­zung des Kreis­ta­ges am 15. April 2026 wurde mir vom Vor­sit­zen­den Andreas Kuers (CDU) das Rede­recht ent­zo­gen – nicht etwa, weil ich gegen Regeln oder die Rede­zeit ver­sto­ßen hätte, son­dern weil meine sach­li­che Ein­lei­tung zu einer Anre­gung zum Pro­jekt „Demo­kra­tie leben“ offen­sicht­lich nicht in das gewünschte Mei­nungs­bild von CDU und SPD passte.

Damit hat der Kreis­tag – und ins­be­son­dere sein Vor­sit­zen­der – ein­drucks­voll gezeigt, wel­ches Ver­ständ­nis von Demo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit dort teil­weise vor­herrscht. Die Eska­la­tion war völ­lig unnötig.

Wer kri­ti­sche Hin­weise unter­bin­det, wer Debat­ten abwürgt, weil sie unbe­quem sind, der trägt Ver­ant­wor­tung für genau jene Ergeb­nisse, die die Online‑Umfrage erge­ben hat – und die in der Sit­zung erneut bestä­tigt wurden.

Die Zah­len spre­chen eine klare Sprache:

  • 79 % der Teil­neh­men­den haben das Ver­trauen in Poli­tik und Behör­den verloren.
  • 64 % füh­len sich nicht frei, offen ihre Mei­nung zu sagen.

Diese Ergeb­nisse lie­gen vor – aber sie wur­den bis heute nicht offi­zi­ell ver­öf­fent­licht. Denn die Ergeb­nisse pas­sen nicht zu der hei­len Welt, die man gern zeich­nen möchte.

Statt sich ehr­lich mit die­sen alar­mie­ren­den Zah­len aus­ein­an­der­zu­set­zen, wer­den kri­ti­sche Stim­men im Kreis­tag zum Schwei­gen gebracht. Statt wirk­same Maß­nah­men zu ergrei­fen, wird ein Pro­jekt fort­ge­führt, das weder geeig­net noch gewollt ist, irgend­et­was zu verbessern.

So wird Demo­kra­tie nicht gestärkt, son­dern beschä­digt. Das Pro­jekt „Demo­kra­tie leben“ ist unter die­sen Bedin­gun­gen nichts wei­ter als eine Ver­schwen­dung von Res­sour­cen und Steu­er­gel­dern.

Ihre Demo­kra­tie ist nicht meine Demo­kra­tie. SPD und CDU zei­gen, dass Sie unwähl­bar sind!

Andreas Kau­t­zsch

Der Rede­bei­trag:

Sehr geehr­ter Herr Land­rat, sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der, sehr geehrte Zuhörer,

eigent­lich sollte das Pro­jekt „Demo­kra­tie leben“ ein Auf­bruch sein. Ein Signal dafür, dass wir uns den Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit stel­len, dass wir zuhö­ren, dass wir Ver­trauen zurück­ge­win­nen wollen.

Doch schon jetzt hat die­ses Pro­jekt einen faden Bei­geschmack. Denn wäh­rend der Land­kreis Gif­horn bis­her aus­schließ­lich posi­tive Bot­schaf­ten ver­öf­fent­licht hat, fehlt der ent­schei­dende Schritt: Ehr­lich­keit.

Die Ergeb­nisse der Online‑Umfrage lie­gen vor – aber sie wur­den nicht offi­zi­ell ver­öf­fent­licht.
Und das hat Gründe. Denn die Zah­len sind eindeutig:

  • 79 % der Teil­neh­men­den haben das Ver­trauen in Poli­tik und Behör­den verloren.
  • 64 % füh­len sich nicht frei, offen ihre Mei­nung zu sagen.

Diese Ergeb­nisse pas­sen offen­bar nicht zu dem Mei­nungs­bild, was man erzeu­gen wollte.

Nach die­sem Satz wird mir das Rede­recht durch den Vor­sit­zen­den entzogen!

Weil man sich nicht ehr­lich mit damit aus­ein­an­der­setzt, wer­den auch die bis­her ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­men keine Ver­bes­se­rung erzie­len. Bei­spiels­weise mit "Mit­ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten beim Chris­to­pher Street Day" (CSD) in Gif­horn wer­den die durch die Umfrage auf­ge­zeig­ten Pro­bleme nicht verbessert.

Schon gar nicht dadurch, wie der CSD in Gif­horn gelebt oder bes­ser zele­briert wird. Ich habe erheb­li­che Zwei­fel, dass das über­haupt der Sache dient oder eher die Aus­gren­zung und Ableh­nung verstärkt.

Auch die heu­tige Sit­zung hat bestä­tigt, warum die Umfra­ge­er­geb­nisse so sind wie sie sind. Poli­tik und Ver­wal­tung neh­men die Inter­es­sen der Bür­ger nicht ernst. Bei Anträ­gen zur Ver­kehrs­si­cher­heit, beim Lärm­schutz und bei öffent­li­chen Beteiligungsverfahren.

Wer so han­delt, darf sich über Ver­trau­ens­ver­lust nicht wundern.

Ich möchte Anre­gen – nein, ich möchte ein­dring­lich appel­lie­ren – sich end­lich offen und scho­nungs­los mit den Ergeb­nis­sen der Umfrage aus­ein­an­der zu set­zen und wir­kungs­volle Maß­nah­men einzuleiten.

Eine Maß­nahme wäre es die Bür­ger ernst zu neh­men.
Nicht weich­ge­spült - son­dern ehr­lich! Nur so kann neues Ver­trauen erzeugt werden!

Gül­tig ist das gespro­chene Wort in der Sitzung

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