Straßenbaubehörde in die Pflicht nehmen
Wer kennt das nicht? In den letzten Jahren mussten wir im Landkreis Gifhorn erleben, wie weit Theorie und Praxis beim Straßenbau auseinanderliegen. Die Planungen der Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel wirken oft so, als wäre der Landkreis Gifhorn weit weg - zu weit weg!
Das Ergebnis:
🔸 Umleitungen, die auf dem Papier funktionieren, aber im Alltag ignoriert werden
🔸 Schleichverkehr durch Wohngebiete
🔸 Überlastete Dorfstraßen, die dafür nie gebaut wurden
🔸 Chaos im Berufsverkehr und massive Belastungen für Anwohner
Straßenbau braucht Planung – aber vor allem braucht er Praxisnähe. Für unsere Dörfer. Für unsere Menschen. Für einen Landkreis, der ernst genommen wird. Und genau das fordert der Landkreis Gifhorn jetzt auf einstimmigen Beschluss des Kreistages von der Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel: Transparenz - Information - Mitgestaltung bei der Vorhaben auf Landes - und Bundestraßen!
Der Redebeitrag:
Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Zuhörer,
Straßenbau ist notwendig. Doch was wir in den letzten Jahren bei großen Maßnahmen in unserem Landkreis erleben mussten, hat wenig mit vorausschauender Planung und viel mit Realitätsferne zu tun.
Wenn man sich die Planungen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Wolfenbüttel ansieht, beschleicht einen manchmal das Gefühl: Der Landkreis Gifhorn ist weit weg!
Es scheint genau die Distanz zu sein, um die konkreten Auswirkungen vor Ort – in unseren Dörfern und auf unseren Kreis- und Gemeindestraßen – schlicht zu übersehen oder, schlimmer noch, zu ignorieren.
Wir erleben immer wieder eine massive Kluft zwischen dem Planungsschreibtisch und der Realität.
Nehmen wir die Negativbeispiele: Die Umgestaltung der „Dragenkreuzung“ oder die Sperrungen auf der B4. Da werden Umleitungsstrecken ausgewiesen, die theoretisch funktionieren, aber in der Praxis von den Verkehrsteilnehmern schlichtweg nicht akzeptiert werden.
Offizielle Umleitungen, die so lang sind, dass der „Schleichweg“ durch das nächste Wohngebiet zur vermeintlichen Rettung wird. Massive Belastungen für Anwohner in kleinen Ortschaften, deren Straßen nie für diesen Durchgangsverkehr gebaut wurden. Oft entsteht insbesondere im Berufsverkehr ein Verkehrschaos.
Mit dem vorliegenden Antrag beauftragen wir die Kreisverwaltung, die Verantwortlichen aus Wolfenbüttel endlich an den Tisch zu holen.
Wir wollen beispielsweise vorher wissen:
- Was ist bei den anstehenden Baumaßnahmen an der B4 in Rötgesbüttel-Meine und an der B188 bei Brenneckenbrück geplant?
- Und vor allem: Welche Umleitungen sind geplant und wie werden deren Auswirkungen auf die umliegenden Dörfer kompensiert?
Lassen Sie uns diesen Dialog einfordern und die Behörde in die Pflicht nehmen, ihre Planungen transparent zu machen und praxisnahe Lösungen für die Umleitungsverkehre zu finden.
Gültig ist das gesprochene Wort in der Sitzung
Bildnachweis: Screenshot von der Homepage der NLStBV
