Beiträge/ThemenLandkreis

Neue FTZ - Kos­ten­ex­plo­sion schon vor Planungsbeginn

Noch bevor die eigent­li­che Pla­nung für die Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­trale (FTZ) – inzwi­schen als „Bevöl­ke­rungs­schutz­zen­trum“ bezeich­net – über­haupt begon­nen hat, muss der Land­kreis Gif­horn die Kos­ten­pro­gnose bereits deut­lich nach oben kor­ri­gie­ren. Statt der bis­lang genann­ten rund 50 Mil­lio­nen Euro ist inzwi­schen von min­des­tens 57 Mil­lio­nen Euro auszugehen.

Beson­ders kri­tisch ist, dass Kos­ten­stei­ge­run­gen bei öffent­li­chen Bau­pro­jek­ten erfah­rungs­ge­mäß erst wäh­rend der Pla­nungs- und Bau­phase ent­ste­hen. Die Ver­gan­gen­heit hat gezeigt, dass anfäng­li­che Kos­ten­schät­zun­gen häu­fig nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Ein Blick auf andere Groß­pro­jekte des Land­krei­ses, wie die För­der­schule in Mei­ner­sen, zeigt, dass erheb­li­che Nach­fi­nan­zie­run­gen keine Aus­nahme sind.

Hinzu kommt, dass die Bezeich­nung „Bevöl­ke­rungs­schutz­zen­trum“ Erwar­tun­gen weckt, die das Pro­jekt nicht erfüllt. Tat­säch­lich han­delt es sich im Kern um eine moderne Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­trale. Einen unmit­tel­ba­ren Schutz­raum oder eine Zufluchts­mög­lich­keit für die Bevöl­ke­rung in Kri­sen- oder Kata­stro­phen­la­gen schafft das Vor­ha­ben nicht.

Besorg­nis­er­re­gend ist vor allem die finan­zi­elle Ent­wick­lung des Land­krei­ses. Bereits heute weist der Haus­halt erheb­li­che Defi­zite aus. Trotz­dem wer­den immer neue Groß­pro­jekte auf den Weg gebracht, ohne ehr­lich dar­zu­stel­len, wel­che Fol­gen dies für Städte und Gemein­den haben wird.

Stei­gen die Aus­ga­ben dau­er­haft, wird mit­tel­fris­tig auch die Kreis­um­lage stei­gen. Diese zusätz­li­chen Belas­tun­gen müs­sen die kreis­an­ge­hö­ri­gen Kom­mu­nen tra­gen – und am Ende lan­den die Kos­ten bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, bei­spiels­weise durch höhere Grund­steu­ern, stei­gende Gebüh­ren oder den Ver­zicht auf drin­gend benö­tigte Inves­ti­tio­nen vor Ort.

Eine leis­tungs­fä­hige Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­trale ist wich­tig und not­wen­dig. Gerade des­halb müs­sen Wirt­schaft­lich­keit und Finan­zier­bar­keit oberste Prio­ri­tät haben. Groß­pro­jekte dür­fen nicht nach dem Prin­zip „erst bauen, spä­ter bezah­len“ umge­setzt werden.

Der Land­kreis braucht jetzt ein Umden­ken: Weni­ger Pres­ti­ge­pro­jekte, mehr finan­zi­elle Ver­nunft. Nur so las­sen sich die kom­mu­na­len Haus­halte sta­bi­li­sie­ren und wei­tere Belas­tun­gen für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger vermeiden.

Bild­nach­weis © B.I.G.-Sassenburg

Sym­bol­bild pix​a​bay​.com