Förderschulen: Landkreis steuert auf Kosten- und Personalchaos zu
Nachdem sich der Landkreis Gifhorn und die Lebenshilfe Gifhorn nicht auf eine tragfähige Übergangs- oder Fortführungslösung einigen konnten, droht nun ein finanzielles, organisatorisches und personelles Chaos.
Viele Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung müssen sich auf ein völlig neues Umfeld einstellen – möglicherweise sogar mehrfach. Gerade für schwer beeinträchtigte junge Menschen sind wechselnde Schulorte, neue Bezugspersonen und veränderte Tagesabläufe eine enorme Belastung.
Gleichzeitig fürchten bei der Lebenshilfe Gifhorn rund 65 Beschäftigte der Schule der Zukunft und zweier Tagesbildungsstätten um ihre Arbeitsplätze. Damit droht nicht nur der Verlust erfahrener Fachkräfte, sondern auch von Wissen, Vertrauen und über Jahre gewachsenen Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern.
Auch finanziell gerät die Planung des Landkreises immer stärker aus dem Ruder. An der neuen Förderschule in Meinersen wird bereits rund zwei Jahre nach der Eröffnung im Herbst 2025 der Platz knapp. Deshalb sollen zusätzliche Unterrichtsräume in Containern geschaffen werden.
Allein die Miete dieser Container soll in den kommenden Jahren rund 1,5 Millionen Euro kosten – ungeplant. Hinzu kommen die Kosten für Gründung, Erschließung, Versorgungsanschlüsse und die Ausstattung.
Doch damit nicht genug: Weitere erhebliche Kosten entstehen durch den Schülertransport. Kinder aus dem gesamten Landkreis müssen täglich nach Meinersen an die westliche Kreisgrenze und wieder nach Hause gefahren werden. Dafür sind kostenintensive Sondertransporte in Kleinbussen erforderlich. Klar ist schon jetzt: Die Wege werden länger und damit teurer, da die bisherige Schule der Zukunft liegt zentral in Gifhorn liegt.
Die gescheiterte Einigung mit der Lebenshilfe wird den Landkreis richtig teuer zu stehen kommen!
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