Donnerstag, 12. Feb. 26
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Tages­bil­dungs­stätte Wit­tin­gen ohne Lebenshilfe

Der Kreis­tag hat mit knap­per Mehr­heit aus Stim­men der Frak­tion von SPD wie der Grü­nen- und FDP Grup­pen ent­schie­den, dass die Koope­ra­tion mit der Lebens­hilfe auch für die Tages­bil­dungs­stätte (TBS) in Wit­tin­gen been­det wird. 

Ein B.I.G.-Änderungsantrag sowie ein Ände­rungs­an­trag aus der CDU-Frak­tion wur­den mit der exakt glei­chen Mehr­heit abge­lehnt. Unser Ände­rungs­an­trag hat sich im wesent­li­chen dafür aus­ge­spro­chen, die Koope­ra­tio­nen mit der Lebens­hilfe fort­zu­füh­ren, bis in ein paar Jah­ren der Neu­bau einer För­der­schule in Wit­tin­gen in Betrieb genom­men wer­den kann. 

Ohne die Kos­ten zu wis­sen, müs­sen 39 schwer beein­träch­tigte Schü­ler der TBS zum Schul­jahr 2027/28 vor­über­ge­hend in die IGS Wit­tin­gen umzie­hen, wäh­rend Schü­ler der IGS-Wit­tin­gen in Con­tai­nern unter­ge­bracht wer­den müs­sen. Ein Wahn­sinn!

Rede­bei­trag für den Kreistag

Sehr geehr­ter Herr Land­rat, sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der, sehr geehrte Zuhörer,

für uns Kreis­tags­ab­ge­ord­nete steht heute die ver­ant­wor­tungs­volle Ent­schei­dung an, wie die Stra­te­gie zur Umge­stal­tung der För­der­schul­land­schaft ist. Wich­tigs­ter Punkt ist der Über­gang der Tages­bil­dungs­stätte Wit­tin­gen zur Förderschule.

Die Lebens­hilfe hat ihr bereits 2025 gemach­tes Ange­bot erneu­ert: Sie ist bereit, die TBS in Wit­tin­gen bis zur Fer­tig­stel­lung des Neu­baus wei­ter­zu­füh­ren – unter der Vor­aus­set­zung, dass die bis­he­rige Finan­zie­rung bestehen bleibt. Die­ses Ange­bot ist eine rea­lis­ti­sche, päd­ago­gisch sinn­volle und finan­zi­ell ver­ant­wort­bare Lösung.

Wir spre­chen uns deut­lich gegen den Vor­schlag der Kreis­ver­wal­tung aus, der meh­rere Über­gangs­lö­sun­gen mit Con­tai­ner­bau­ten vor­sieht, weil:

  • keine belast­ba­ren Zah­len vorliegen
  • keine trans­pa­rente Kal­ku­la­tion erstellt wurde
  • keine Klar­heit über Fol­ge­kos­ten besteht

Es wäre blau­äu­gig und naiv, einem Vor­ha­ben zuzu­stim­men, des­sen Kos­ten völ­lig unklar sind. Müh­len­mu­seum 2.0!

Aber es geht nicht nur ums Geld. Die geplante Zwi­schen­lö­sung bedeutet:

  • 39 schwer beein­träch­tigte Kin­der der TBS müss­ten in die IGS Wit­tin­gen umziehen.
  • Die IGS-Schü­le­rin­nen und -Schü­ler wür­den dafür in Con­tai­ner ausgelagert.
  • Wir schaf­fen ein Pro­vi­so­rium, das päd­ago­gisch frag­wür­dig und orga­ni­sa­to­risch hoch­kom­plex ist.

Fach­leute und Ange­hö­rige war­nen ein­dring­lich:
Ein Zwi­schen­um­zug wäre für die betrof­fe­nen Kin­der eine mas­sive zusätz­li­che Belas­tung, die eh schon durch mehr­fa­che und schwere Beein­träch­ti­gun­gen kein unbe­schwer­tes Leben haben.

Wir als Kreis­tag sind daher noch mehr als sonst auf­ge­for­dert, eine Ent­schei­dung zu tref­fen, die:

  • päd­ago­gisch ver­ant­wort­bar,
  • finan­zi­ell solide,
  • und mensch­lich ver­tret­bar ist.

Die Koope­ra­tion mit der Lebens­hilfe erfüllt all diese Kri­te­rien.
Der Vor­schlag der Ver­wal­tung mit Zwi­schen- und Con­tain­erlö­sung erfüllt kei­nes davon.

Ich for­dere Sie daher auf unse­rem Ände­rungs­an­trag zuzu­stim­men, der sich im Wesent­li­chen dafür aus­spricht, dass Ange­bot der Lebens­hilfe Gif­horn anzu­neh­men, die TBS in Wit­tin­gen bis zur Fer­tig­stel­lung des Neu­baus weiterzuführen.

Gül­tig ist das gespro­chene Wort in der Sitzung

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Bild­nach­weis © B.I.G.-Sassenburg

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