Dienstag, 27. Feb. 24
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4,5 Mil­lio­nen Euro Zusatz­kos­ten fürs Gewerbegebiet

Kaum hat der Gemein­de­rat die Ver­träge für das Logis­tik- und Mon­ta­ge­zen­trum der Wolfs­bur­ger Schnelle­cke Gruppe abge­seg­net und in der letz­ten Sit­zung am 13. April 2023 die erfor­der­li­che Bau­leit­pla­nung ein­stim­mig beschlos­sen, kom­men auf das Pro­jekt Zusatz­kos­ten in Mil­lio­nen­höhe zu. Wei­ter unklar sind die Ver­kehrs­ströme des Schwerlastverkehrs.

Wei­tere Infra­struk­tur-Maß­nah­men erforderlich

Der Land­kreis Gif­horn hat in einer Stel­lung­nahme wäh­rend der Behör­den­be­tei­li­gung dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass die Brü­cke über dem Tri­an­ge­ler Moor­ka­nal im Zuge der K 93 bei LKW-Gegen­ver­kehr nur eine ver­min­derte Trag­last von 16 Ton­nen, mehr oder weni­ger ein lee­rer LKW, hat (siehe Bei­trags­bild). Zusätz­lich müss­ten die Brü­cke und die Fahr­bahn der K93 bis zur Ein­mün­dung auf die L289 auf eine Fahr­bahn­breite von 8m, also Bun­destra­ßen-Niveau, aus­ge­baut wer­den. Auf der vor­han­de­nen Kreis­straße mit 6m Breite dür­fen nur maxi­mal 300 LKW-Bewe­gun­gen/­Tag statt­fin­den, statt geplant max. 900 LKW-Bewe­gun­gen. Gesamt­kos­ten grob geschätzt bis zu 4,5 Mil­lio­nen Euro. Ein mög­li­ches K.O.-Kriterium für das Gesamt­pro­jekt. Dem­nächst wird die Brü­cke nur noch ein­spu­rig befahr­bar sein

Diese Mehr­kos­ten müs­sen jetzt zwi­schen Stra­ßen­bau­be­hörde, Land­kreis Gif­horn, Inves­tor und unse­rer Gemeinde ver­teilt wer­den. Auf­grund der finan­zi­el­len Situa­tion der Gemeinde Sas­sen­burg muss wei­ter­hin eine "schwarze Null" für das Gesamt­pro­jekt im Focus ste­hen, da mög­li­che Ein­nah­men aus dem Gewer­be­ge­biet nicht gesi­chert sind. Sonst würde sich die Ver­schul­dung noch wei­ter erhö­hen. Mög­li­cher­weise kann eine För­de­rung von bis zu 60 Pro­zent aus dem Nie­der­säch­si­schen Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (NGFVG) fließen.

Nie­der­säch­si­sches Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (NGFVG)

Mit dem Nie­der­säch­si­schen Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (NGVFG) kön­nen auf kom­mu­na­ler Ebene der Neu­bau oder ver­kehrs­ge­rechte Aus­bau von ver­kehrs­wich­ti­gen Stra­ßen ein­schließ­lich Orts­durch­fahr­ten und Brü­cken sowie Rad­we­gen finan­zi­ell unter­stützt werden. 

Ver­kehrs­ströme wei­ter­hin unbestätigt

Wei­ter­hin unklar bleibt, wie der Schwer­last­ver­kehr nach/von Wolfs­burg gelei­tet wer­den soll. Getä­tigte Aus­sa­gen von Fach­be­reichs­lei­ter Wol­pers und Gemein­de­bür­ger­meis­ter Koslow­ski in der Sit­zung des Bau­aus­schus­ses am 05. April 2023, dass nicht durch die Ort­schaf­ten Dan­nen­büt­tel und Osloß gefah­ren wer­den soll, hat der Inves­tor auf Anfrage nicht bestä­tigt. In allen Gesprächs­run­den mit Betei­li­gung von B.I.G.-Vertretern war das auch bis­her nie ein Thema. 

Warum auch, denn die Route durch die Ort­schaf­ten Dan­nen­büt­tel und Osloß über K93 – L289 – B188 – K112 – K28 – K114 ist mit rund 17 km um rund 7 km kür­zer ist als die Route mit Umweg über die "Dra­gen­kreu­zung" und dann wei­test­ge­hend über Ost­tan­gente (K114). Die Stre­cke ist nicht nur län­ger, son­dern durch die vie­len Ampel­an­la­gen mit Bahn­ver­kehr deut­lich zeit­in­ten­si­ver. Ledig­lich für die Ort­schaft Tri­an­gel gibt es eine Zusage, nicht durch die Ort­schaft zu fahren.

Die mas­si­ven Zwei­fel an der Rich­tig­keit der Ver­kehrs­gut­ach­ten, zumin­dest für den Kno­ten­punkt B188 - L289, blei­ben daher bestehen. In der Lärm­ak­ti­ons­pla­nung müs­sen dem­nächst die Ver­kehrs­flüsse und die dar­aus resul­tie­ren­den Belas­tun­gen inten­siv betrach­tet werden. 

Bild­nach­weis ©B.I.G.-Sassenburg

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