Bau­ge­neh­mi­gung für Schwei­ne­mast­an­lage erteilt

Der Land­kreis Gif­horn hat am 30.12.2020 die Bau­ge­neh­mi­gung für die umstrit­tene Schwei­ne­mast­an­lage zwi­schen den Ort­schaf­ten Wes­ter­beck und Dan­nen­büt­tel erteilt. Bestand­teil der Bau­ge­neh­mi­gung ist auch die "Bio-Fil­ter­an­lage" mit Hack­schnit­zeln zur Redu­zie­rung der Geruchs­emis­sio­nen der Anlage. 

Aller­dings steht die Bau­ge­neh­mi­gung noch unter dem Vor­be­halt mit Auf­schie­bung, dass die ursprüng­li­che Bau­ge­neh­mi­gung aus dem Jahr 2015 rechts­kräf­tig wird. Gegen diese hat­ten sowohl die Gemeinde Sas­sen­burg als auch der Inves­tor Wider­spruch ein­ge­legt, wodurch die gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem genann­ten Kom­pro­miss been­det wurde. 

Im Gegen­zug für den Ein­bau der Fil­ter­an­lage hatte sich die Gemeinde Sas­sen­burg in einem doch ziem­lich fau­len Kom­pro­miss ver­pflich­tet, den Wirt­schafts­weg zur Schwei­ne­mast­an­lage aus­zu­bauen und zu unter­hal­ten. Dabei kommt auch zum Tra­gen, dass die Gemeinde eine eigent­lich völ­lig über­zo­gene und all­ge­mein gül­tige Aus­bau­richt­li­nie für gemein­de­ei­gene Wirt­schafts­wege beschlos­sen hatte, um dadurch die Anlage zu ver­hin­dern. Jetzt muss nach die­ser Richt­li­nie teuer aus­ge­baut werden.

Zusätz­li­che Anlage überflüssig 

Quelle: Bun­des­mi­nis­te­rium für Ernäh­rung und Landwirtschaft


Frag­lich bleibt wei­ter­hin die grund­sätz­li­che Sinn­haf­tig­keit von die­sem Bau­vor­ha­ben in Zei­ten eines Über­an­ge­bots und Preis­ver­falls von Schwei­ne­fleisch, der im letz­ten Jahr durch die Export­be­schrän­kun­gen und Fol­gen der Corona-Pan­de­mie einen Tief­stand erreicht hat. Aktu­ell (Stand 15.01.2021) befin­den sich rund eine Mil­lion schlacht­reife Tiere im soge­nann­ten "Schwei­ne­stau".

Zusätz­lich ver­än­dern immer mehr Kon­su­men­ten ihr Kauf­ver­hal­ten und set­zen auf hoch­wer­tige
Qua­li­täts­ware aus nach­hal­ti­ger Pro­duk­tion mit tier­ge­rech­ten Hal­tungs­be­din­gun­gen oder ver­zich­ten ganz auf Fleisch­pro­dukte. Mit jeder neuen Anlage und zusätz­li­cher Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät dreht sich der Stru­del aus Preis­ver­fall und Über­ka­pa­zi­tät immer schneller.

Die Schwei­ne­mast­an­lage steht dem­nach einer hohen Lebens­qua­li­tät in einer moder­nen Gemeinde mit einer moder­nen und nach­hal­ti­gen Land­wirt­schaft ent­ge­gen. Viel­leicht hält die Markt­lage den Inves­tor doch noch von sei­nem Vor­ha­ben ab. 

Sym­bol­bild von Hans Brax­meier auf Pixabay