Donnerstag, 7. Dez. 23
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Flücht­lings­un­ter­kunft in Ehra-Les­sien besucht

Ver­tre­ter der im Kreis­tag ver­tre­ten­den Parteien/Gruppierungen haben auf Ein­la­dung der Kreis­ver­wal­tung die Flücht­lings­un­ter­kunft in Ehra-Les­sien besucht, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Selbst­ver­ständ­lich war auch die B.I.G.-Sassenburg mit vor Ort.

Die Wohn­an­lage ist zur Zeit in zwei Berei­che auf­ge­teilt, die mit einem Bau­zaun getrennt sind. Die Tren­nung ist auch auf­grund des recht­lich unter­schied­li­chen Sta­tus der Flücht­linge erfor­der­lich, die aber auch zur Sicher­heit der Bewohner:innen die­nen soll. Aktu­ell leben 304 Flücht­linge aus der Ukraine, meist Frauen, Kin­der und Senio­ren, und 232 Flücht­linge aus sons­ti­gen Staa­ten in der Ein­rich­tung. Ins­ge­samt hin­ter­lässt der Besuch in der Flücht­lings­un­ter­kunft als Moment­auf­nahme einen guten Ein­druck mit ruhi­gen und geord­ne­ten Ver­hält­nis­sen. Dies ist selbst­ver­ständ­lich auch den vie­len ehren­amt­li­chen Hel­fern zu ver­dan­ken. Eine Sam­mel­un­ter­kunft bleibt selbst­ver­ständ­lich eine Sam­mel­un­ter­kunft, die aber als ers­ter Anlauf­punkt Schutz bietet. 

Mit Stand vom 05. Mai 2022 leben rund 1.800 geflüch­tete Per­so­nen aus der Ukraine im Land­kreis Gif­horn. Davon sind 1.250 Per­so­nen in pri­va­ten Unter­künf­ten unter­bracht. Aus der Gemein­schafts­un­ter­kunft Ehra-Les­sien konn­ten bereits rund 250 Per­so­nen in ange­mie­te­ten Wohn­raum ver­mit­telt werden. 

Situa­tion in der Gemeinde Sassenburg

In der Gemeinde Sas­sen­burg sind aktu­ell 125 Per­so­nen aus der Ukraine gemel­det, davon rund 25 Per­so­nen im Wochen­end­haus­ge­biet am Bern­stein­see. Diese woh­nen zum Teil in einer Apart­ment­an­lage im Wochen­end­haus­ge­biet, die nach dem aktu­el­len B-Plan nicht betrei­ben wer­den dürfte. Zwar gibt es nach Bau­nut­zungs­ver­ord­nung für die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen Son­der­re­ge­lun­gen, aber auf­grund der jah­re­lang, ins­be­son­dere durch den Land­kreis Gif­horn, geführ­ten Wohn­sitz­de­batte gegen "Dau­er­woh­ner" im Wochen­end­haus­ge­biet, hat die län­ger­fris­tige Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen schon ein "Geschmäkle". Der Land­kreis Gif­horn wäre gut bera­ten, andere Lösun­gen außer­halb der Gesamt­pro­ble­ma­tik "Dau­er­woh­nen" zu suchen, um kein Gefühl der Ungleich­be­hand­lung auf­zu­kom­men zu lassen. 

Unter den Flücht­lin­gen sind jeweils auch rund 15 Kin­der im Kin­der­gar­ten- und Grund­schul­al­ter. Für diese besteht theo­re­tisch ab dem fünf­ten Tag eine Schul­pflicht bzw. ein Rechts­an­spruch auf Kin­der­be­treu­ung. Bis­her ist die Nach­frage aller­dings gering. Nach den Som­mer­fe­rien könnte sich die Situa­tion, ins­be­son­dere in den Grund­schu­len, ändern. Für die Auf­nahme in den Kin­der­ta­ge­stät­ten würde selbst­ver­ständ­lich eine Platz­ver­gabe nach dem in unse­rer Gemeinde bewähr­ten Punk­te­sys­tem erfol­gen. Eine Prio­ri­sie­rung ist im Sinne der Gleich­be­hand­lung nicht vorgesehen. 

Bild­nach­weis ©B.I.G.-Sassenburg

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