Freitag, 12. Jul. 24
AktuellesBeiträge/ThemenGemeinde

Wind­parks - Mah­nung zum durch­dach­ten Handeln

Mit einer ein­dring­li­chen Mah­nung zum beson­ne­nen und durch­dach­ten Han­deln kann man die interne Info-Ver­an­stal­tung zur The­ma­tik Wind­ener­gie zusam­men­fas­sen, an der rund 20 Man­dats­trä­ger aus der Sas­sen­burg teil­ge­nom­men haben. Aber hat es dadurch Klick gemacht? Die Mischung aus Öko­wahn und Geld­gier stellt wei­ter­hin eine gefähr­li­che Mischung dar, die den Ver­stand bei vie­len Rats­mit­glie­dern schnell aus­schal­ten kann. 

So emp­fiehlt der Regio­nal­ver­band Braun­schweig aus­drück­lich, die „Gemein­de­öff­nungs­klau­sel“ mit einem Ziel­ab­wei­chungs­an­trag vor­erst nicht zu nut­zen und die 1. Aus­le­gung der Neu­auf­stel­lung der Raum­ord­nung für Wind­ener­gie abzu­war­ten, die für Ende des Jah­res 2024 geplant ist. Das Vor­pre­schen der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer und Inves­to­ren kann erheb­li­che Nach­teile mit sich brin­gen. Bei­spiels­weise wer­den die ggf. mit einem Ziel­ab­wei­chungs­an­trag geneh­mig­ten Flä­chen nicht auf die durch den Bund fest­ge­legte Quote angerechnet. 

Die Quote des Bun­des schreibt vor, dass im Ver­bands­ge­biet, das aus den kreis­freien Städ­ten Braun­schweig, Salz­git­ter und Wolfs­burg sowie aus den Land­krei­sen Gif­horn, Gos­lar, Helm­stedt, Peine und Wol­fen­büt­tel besteht, bis zum Jahr 2027 2,46 Pro­zent und der bis zum Ende des Jah­res 2032 3,18 Pro­zent der Flä­che für Wind­ener­gie aus­ge­wie­sen wer­den muss. Wer­den die Ziele nicht erreicht, tritt die „Super­pri­vi­li­gie­rung“ in der Region ab 31.12.2027 ein, wodurch Wind­kraft­an­la­gen nicht mehr pla­ne­risch ein­ge­schränkt oder gesteu­ert wer­den dürfen. 

Um diese Ziele zu errei­chen, müs­sen bis­he­rige Aus­schluss­kri­te­rien deut­lich auf­ge­weicht wer­den. Dazu zählt u.a. die Öff­nung von Wald- und Land­schafts­schutz­ge­bie­ten zur Auf­stel­lung von Wind­kraft­an­la­gen. Die Errich­tung von Wind­kraft­an­la­gen in die­sen Gebie­ten wird auch von Exper­ten als kri­tisch ange­se­hen, weil durch die erfor­der­li­che Rodung der Bäume bei­spiels­weise die CO2-Auf­nahme redu­ziert wird. Kri­tisch ist auch der Ein­griff in den Lebens­raum von Wild­tie­ren, ins­be­son­dere von gro­ßen Greif­vö­geln wie dem in unse­rer Gemeinde behei­ma­te­ten Rot­mi­lan. Beson­ne­nes und durch­dach­ten Han­deln ist wie­der gefragt, um den Lebens­raum zu schützen.

Aber warum ist der Maß­stab die Flä­che und nicht vor­zugs­weise die Leis­tung der Anla­gen oder, noch bes­ser, die benö­tigte Leis­tung? Hier zeigt sich wie­der ein­mal das plan­lose Vor­ge­hen der Bun­des­re­gie­rung. Es wird wei­ter kräf­tig in nicht stän­dig ver­füg­bare Ener­gie­ar­ten inves­tiert, ohne sich über die Spei­che­rung Gedan­ken zu machen. Beson­ne­nes und durch­dach­tes Han­deln völ­lige Fehl­an­zeige! Rund um die Uhr müs­sen kon­ven­tio­nelle Kraft­werke mit­lau­fen, um den Bedarf bei einer "Dun­kel­flaute" mit decken zu kön­nen. Zusätz­lich muss Strom teuer im Aus­land zuge­kauft wer­den. Im Gegen­satz dazu gibt es bereits jetzt bei Wind und Sonne einen Über­schuss, des­sen Export die Ver­brau­cher teuer sub­ven­tio­nie­ren müssen. 

Auch im Ver­bands­ge­biet wird bereits heute durch die vor­han­de­nen Wind­kraft­an­la­gen ein Über­schuss pro­du­ziert. So kann ein Bedarf von rund 1,3 Mil­lio­nen Men­schen abge­deckt wer­den, obwohl im Ver­bands­ge­biet nur rund 1,2 Mil­lio­nen Men­schen leben. Mit den aktu­ell geplan­ten Anla­gen könn­ten ins­ge­samt min. 2,6 Mil­lio­nen Men­schen ver­sorgt wer­den. Mit dem Aus­bau­ziel für das Jahr 2032 der Bun­des­re­gie­rung, würde im Ver­bands­ge­biet so viel Strom erzeugt wer­den kön­nen, das alle Ein­woh­ner in Nie­der­sach­sen aus­rei­chend ver­sorgt wären. Im ver­gan­ge­nen Jahr 2023 wurde bereits in Nie­der­sach­sen erst­mals in einer theo­re­ti­schen Betrach­tung mehr Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien (50,8 TwH) erzeugt als ver­braucht (50,5 TwH).

Wofür sol­len wir dann unsere schöne Land­schaft und unser Wohn­um­feld opfern? Aus Öko­wahn und Geld­gier ohne etwas für sichere Ener­gie­ver­sor­gung bei­tra­gen zu können? 

Noch gar nicht wurde die The­ma­tik Netz­aus­bau und Netz­ent­gelte betrach­tet. Eine wei­tere Info-Ver­an­stal­tung mit dem Netz­be­trei­ber wurde von unse­rer Wäh­ler­ge­mein­schaft gefordert. 

Bild­nach­weis © B.I.G.-Sassenburg

error: Der Inhalt ist urheberlich geschützt